Sichere Online-Recherche im schulischen Umfeld

Suchmaschinen sind ein unverzichtbares Hilfsmittel geworden, wenn es darum geht, Informationen zu einem Thema zu finden. 
Wie kann man Suchmaschinen daheim und in der Schule sicherer und effizienter nutzen?

Die Verwendung von Suchmaschinen ist bei der Nutzung des Internets zu einer alltäglichen Praxis geworden. So werden beispielsweise pro Tag fast 3,3 Milliarden Suchanfragen bei Google gestellt, oder fast 100 Milliarden pro Monat laut einer Studie aus dem Jahr 2018. Mehr als 50 % des Web Traffics wird für die Suche aufgewendet. Sei es für harmlose Recherchen wie Wetter, Telefonnummern, Flugtickets oder für Bildungszwecke, der Einsatz von Suchmaschinen ist unumgänglich.

Die Suchmaschinen ermöglichen es uns, alles zu finden... und genau das ist auch der Knackpunkt: die grosse Auswahl an Quellen, die mangelnde Kontrolle über diese, der Inhalt der Ergebnisse und deren mögliche Folgen bei Kindern und Jugendlichen. So einfach es auch erscheinen mag, eine Suche im Netz durchzuführen ist nicht unbedingt eine sichere Sache. Hier sind einige Schutzmassnahmen und Tipps für die sichere Suche im Internet.

  1. Seien Sie präzise bei Ihrer Recherche. Es ist kein Geheimnis: Je genauer Sie suchen, umso besser sind die Ergebnisse. Wenn Sie zum Beispiel nach Inhalten zu "Jaguar" suchen, erhalten Sie zu viele unpassende Suchergebnisse, weil der Suchbegriff zu allgemein ist. Sie finden vielleicht Autos, Garagen, Tiere, Inseln, Orte oder Personen. Andererseits können Sie mit "Jaguar Animal" bereits festlegen, nach welchem "Jaguar" Sie suchen möchten. Das Hinzufügen weiterer Kriterien hilft, die Ergebnisse genauer abzugrenzen.

 

  1. Konfigurieren Sie die Suchmaschine. Alle gängigen Suchmaschinen bieten Möglichkeiten, Suchergebnisse zu filtern. Google bietet beispielsweise einen Filter an, der potenziell anstössige Bilder blockiert. 
    Klicken Sie auf der Suchergebnisseite unter der Suchleiste auf die Schaltfläche "Einstellungen". Wählen Sie die Option "Sichere Suche aktivieren" (Bild 1 und 2).
    Andere Suchmaschinen bieten die gleichen Möglichkeiten.
    Aber Vorsicht, das schützt nicht vor allen Gefahren! Dieser Filter lässt sich jederzeit ausschalten, auch von den Kindern. 
            

 

  1. Verwenden Sie die Kinder-Suchmaschinen. Einige Suchmaschinen sind speziell für den Einsatz in Schulen entwickelt worden, insbesondere für die Primarstufe.
    Wie funktioniert eine solche Suchmaschine? Es werden Blacklists und Whitelists verwendet, eine Art Datenbank mit Websites, auf die zugegriffen werden kann oder nicht.
    Auf den weissen Listen werden Websites registriert, die für Kinder unbedenklich sind. Im Gegensatz zu einer Blacklist, auf der Seiten gelistet werden, auf die Kinder keinen Zugriff haben sollten. Bei der Suche wählt die Suchmaschine diejenigen Webseiten aus, die in der Whitelist enthalten sind. Die Verwaltung und Aktualisierung dieser Listen ist jedoch sehr komplex. Tatsächlich muss die Analyse der Websites ganz oder teilweise von Hand durchgeführt werden! Dies erklärt, warum einige Kinder-Suchmaschinen nur begrenzte Ergebnisse liefern oder nach einigen Jahren nicht mehr aktualisiert werden.
    Die Arbeit ist zeitaufwändig, da jede Website, die in die Whitelist aufgenommen werden soll, neben ihrem Inhalt auf weitere Kriterien überprüft werden muss: Datenschutz (einschliesslich der Eingabe von Kontaktdaten), das Vorhandensein von Werbung oder die Möglichkeit, Produkte online zu kaufen.

    Nützliche Suchmaschinen für Kinder und Jugendliche

    1. Kiddle.co
      https://www.kiddle.co/ ist eine Suchmaschine, die 2016 gegründet wurde. Der Name ist die Verbindung von kid (Kinder), Google und .co für "children only". Sie verwendet den Suchalgorithmus von Google mithilfe der sicheren Suche. Sie können auch nach Fotos, Videos, Nachrichten suchen und sogar eine Online-Enzyklopädie namens Kpedia (1) konsultieren, die jedoch nur auf Englisch verfügbar ist.
       : gute Lesbarkeit, grosse Bilder, redigierte Inhalte
       : weniger Ergebnisse, Vielfalt fehlt


    2. Blinde Kuh
      https://www.blinde-kuh.de gibt es bereits seit 1997. Auf der Startseite findet man neben der Internetsuche redaktionell aufbereitete Inhalte, nach Kategorien sortiert: Nachrichten, Videos, Spiele, Linktipps und den Mitmachbereich (eine Art Blog), in dem Kinder ihre Geschichten und Bilder veröffentlichen können. 
      redaktionelle Betreuung, vielfältige Inhalte, Portal
      Flash-Spiele werden gelistet

    3. fragFinn
      https://www.fragfinn.de/ ist jünger und wirkt darum auch aufgeräumter als die Blinde Kuh. Sie schlägt Inhalte aus den Bereichen Surftipps, Videos, Nachrichten und Spiele vor. FragFinn bietet auch eine App an. Die Kinder erhalten hier einen sicheren Browser, mit dem sie im Internet surfen können. Allerdings nur auf den Websites der Whitelists.

      eigene App, aufgeräumtes Design, redigierte Inhalte 
        wenig Website-Vorschläge

      Weitere Suchmaschinen
      Qwant Junior ist eine Suchmaschine für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Die Whitelist bietet hauptsächlich Bildungsinhalte an.
      Helles Köpfchen ist ein Webportal für Kinder und Jugendliche von 8 bis 16 Jahren, welches auch eine Suchfunktion hat. 

 

  1. Portalseiten als Startseiten benutzen.  Es gibt viele Webseiten, die ideale Einstiegsportale fürs Internet bieten. Neben altersgerechten Nachrichten findet man auch Spiele, Videos und anderes mehr.  Ideale Portalseiten sind beispielsweise 
    1. https://www.internet-abc.de/kinder/
    2. https://www.fragfinn.de/
    3. https://www.blinde-kuh.de/index.html
    4. http://www.kidsville.de/
    5. http://www.klickerkids.de/
    6. http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp

 

5. Sichere Internetverbindungen 
Mithilfe von neueren Routern oder Access Points ist es möglich, den Internetzugang in einer Schule oder zu Hause "intelligent" zu konfigurieren. 
Entsprechend dem Gerät, dass sich mit dem Internet verbindet, können Schutzfilter, White- und Blacklists, Bandbreite, Online-Zeiten und Online-Zeitfenster definiert werden. 
So können auch diverse Internetseiten temporär freigeschaltet werden, falls sie für ein Projekt gebraucht werden. 
  
 

 

Die Internetrecherche gehört heutzutage zu den Basis-Kompetenzen. Sie nimmt im Lehrplan21 (Medien und Informatik - Anwendungskompetenzen) einen wichtigen Bereich ein, der bereits im Zyklus 1 thematisiert werden soll. 
Idealerweise wählt man in der Schule und daheim die Suchmaschinen und thematischen Websites entsprechend dem Alter aus und sichert diese von der technischen Seite - ebenfalls entsprechend dem Alter - ab, in dem man die Einstellungen der Firewall, der Access Points und des Browsers anpasst. 

Das Kompetenzzentrum ICT-VS steht Ihnen gerne beratend zur Seite. 


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